Titelbild Pfarrei Heilig Geist

Vom Dom, Kirchen und Kapellen

Gotteshäuser hat es Niederbrechen vermutlich schon sehr früh gegeben. Bei einer Gründung eines Klosters ist davon auszugehen, dass auch ein Raum für Gottesdienste eingerichtet und erbaut wurde.

Die Geschichte Niederbrechens erzählt von mehreren Pfarrkirchen, von Kapellen im Ort und in der Gemarkung, vom Wirken von Pfarrern, Frühmessern, Kaplänen, Privatgeistlichen, Dernbacher Schwestern, Jesuiten und Augustinern. Oft finden sich nur noch die Einträge in den Chroniken oder wenige Spuren. Eindrucksvolles Zeugnis der christlichen Prägung Niederbrechens ist bis heute aber das Wahrzeichen des Ortes: die Pfarrkirche St. Maximin.

Dom zum Goldenen Grund ...

.... so wird die Pfarrkirche St. Maximin in der Region auch liebevoll genannt.

Das jetzige Gotteshaus wurde auf den Fundamenten von mehreren Vorängerbauten von 1899 bis 1901 in neugotischem Stil erbaut. 

Dom zum Goldenen Grund ...

Bereits am Maximinustag 1901, nach nur zwei Jahren Bauzeit konnte der "Dom zum Goldenen Grund" konsekriert werden.

Langhaus, Querhaus und Chor bilden im Grundriss eine Kreuzform, deren Kreuzungspunkt genau unter dem darüber befindlichen Dachreiter liegt. Die Buntglasfenster in den Querschiffen zeigen das Pfingstereignis und Jesus als Zuflucht der Mühseligen und Beladenen, in den jeweils 5 Fenstern der Seitenschiffe sind männliche und weibliche Heilige zu sehen, an den hinteren Seiteneingängen die Taufe Jesu im Jordan und Jesus am Ölberg. Bemerkenswert ist das mittlere Fenster im Chor: es zeigt unten Jesus, Gottes Sohn inmitten der heiligen Familie, darüber den Heiligen Geist als Taube und im Spitzbogen in der Form eines griechischen Kreuzes Gott Vater, der mit seinen Händen die ganze Gemeinde zu umarmen scheint.

Dem neugotischen Bau passen sich auch die drei Altäre (Hochaltar von 1906, Muttergottesaltar von 1909, Josefsaltar von 1922) im Innern an.

1902 wurde die Orgel von der Firma Klais eingebaut.

Den neuen Turm bekam die Kirche aber erst 1952. Zwar hätte der ursprünglich geplante schlanke und hohe Turm besser zum Stil der Kirche gepasst, politische Dissonanzen zwischen dem Kreis als Genehmigungsbehörde und der Zivilgemeinde als Eigentümerin des Turmes verhinderten aber damals einen einheitlichen Neubau des gesamten Kirchengebäudes. Im jetzigen Turm steckt aber noch der Wehrturm der alten Kirche.

Im Innern der Kirche ist als besonderer Kunstschatz noch die Madonna im Goldenen Grund hervorzuheben. Die Skulptur aus der Spätgotik (ca. 1450) steht im Mittelpunkt des Marienaltares und trägt eine Inschrift, in der auf den großen Brand von 1631 hingewiesen wird. Die Madonna wurde damals aus den Flammen wundersam gerettet. Ebenfalls aus der Gotik stammt eine Pieta im Altarraum. Weitere barocke Figuren und Gemälde mit franziskanischen Motiven ergänzen die Ausstattung.

In einer Nische des Zelebrationsaltars befindet sich in einem Ostensorium eine Reliquie des Heiligen Maximin (Reliquie erster Klasse). Bei Hochfesten ist sie erleuchtet und am Patronatsfest erfolgt der Segen mit dieser Reliquie. 

Altarraum

Im Mai 1987 wurde nach jahrelangen Bemühungen die neue Altarraum Gestaltung zum Abschluss gebracht. Nachdem bereits Anfang der siebziger Jahre bei einer Renovierung der Kirche die bauliche Umgestaltung des Altarraums vorgenommen wurde, konnte jetzt doch eine Einrichtung mit Altar, Ambo, Kredenztisch und Sedilien angeschafft werden.

Zentrum ist der Altar selbst. Unter Altar versteht man den Tisch (Mensa), auf dem das eucharistische Opfer gefeiert wird. Nach kirchliche Tradition soll die Altar Tischplatte möglichst aus Stein sein, während der Altar Sockel, d.h. der Unterbau, aus jedem beliebigen Material angefertigt sein kann. Die Steinplatte unseres Alltages wurde nach Maßgabe durch Architekt Hubert Stillger von der Firma Adam Kramm, einem ortsansässigen Steinmetzbetrieb, geschaffen. Sie besteht aus einem Stück (150 × 150 × 16 cm) in Verona-Rot Marmor und ist dem Steinboden der Kirche angeglichen. Aus gleichem Material ist übrigens auch die Tischplatte des Kredenztisches geschaffen. Der Altarraum ist, wie auch die übrigen neu beschafften Gegenstände im Altarraum, aus Bronze gefertigt und wurde von dem Kölner Künstler Egino Weinert geschaffen und vor allem künstlerisch gestaltet. Sage und schreibe insgesamt 49 Motive beinhaltet das beeindruckende und umfangreiche Werk Weinerts im Altarraum.

Ambo:

Die Leseplatte ist geziert mit den Symbolen der vier Evangelisten: Lukas mit dem Stier, Markus mit dem Löwen, Mätthaus mit dem Engel, Johannes mit dem Adler.

Am Ständer des Ambos ist zu sehen:

  • der Missionsauftrag des Auferstandenen, Mt 28,19
  • das Pfingstereignis - die Geist Sendung, Apg 2,1 - 4
  • die Blindenheilung, Mk 10,46 - 52
  • der zwölfjährige Jesus im Tempel, LK 2,41-52
  • der Engel erscheint Josef im Traum Mt 1,20

Altar:

Linke Seite:

  • Jesus begegnet dem Zöllner Zachäus, Lk 19,1 - 10
  • die Offenbarung durch die drei Weisen (drei Könige), Mt 2,1 - 12
  • Jesus im Gespräch mit Nikodemus, Jh 3,1 - 12

Rückseite:

  • die Taufe Jesu, Mt 3,13
  • die Segnung der Kinder, Mk 10,13
  • die Hochzeit zu Kana, Jh 2,1 - 12

Vorderseite:

  • der Auferstandene mit den Emmaus-Jüngern, Lk 24,13
  • in der Mitte die Reliquien des Heiligen Maximin
  • der Auferstandene Jesus und Thomas, Jh 20,24 - 29

Rechte Seite:

  • die Berufung des Levie, Mk 2,13 - 17
  • die Fußwaschung, Jh 13,5
  • die Berufung der ersten Jünger, Mt 4,18 – 22

Kredenztisch:

Auf dem Kredenztisch werden die Gaben für die Eucharistie abgestellt.

Zu sehen sind die Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen und Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Gefangene besuchen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Tote begraben.

Sedilien:

Auch auf den Sedilien (Sitzgelegenheiten von Pfarrer und Messdienern) sind weitere Bildwerke zu sehen - unter anderem Moses zeigt dem Volk Israel die zehn Gebote und David zieht mit der Bundeslade in Jerusalem ein.

Der Künstler:

Der Künstler Egino Weinert (*03.03.1920 - + 04.09.2012) war einer der renommiertesten, weltweit tätigen zeitgenössischen Bildhauer und Maler der sakralen Kunst. Mit nur einer Hand fertigte er unzählige Sakralgegenstände, unter anderem auch mehrfach für den Heiligen Stuhl. Einige seiner Arbeiten sind in der Sammlung Moderner Religiöser Kunst in den Vatikanischen Museen zu sehen und auf drei Briefmarken des Vatikanstaates waren im Jahr 2001 ebenfalls Werke von ihm zu sehen.

Beitrag zu seinem 100. Geburtstag von Domradio >>>

 

Im Kirchturm rufen folgende Glocken zu den Gottesdiensten, verkünden, dass jemand verstorben ist, läuten zwei Mal täglich das Angelus und samstags den Sonntag ein und schlagen die Uhrzeit:
die Christkönigsglocke, die Marienglocke, die Maximinusglocke, die Georgsglocke und die Josefsglocke ergeben das Geläut in c, d, f, g, a.

 

 

Das Kirchweihfest, die berühmte Brecher Kirmes, wird immer am 2. Sonntag im Oktober gefeiert.

2001 wurde die Orgel erneuert und die Altäre wurden in den Jahren 2003/04 restauriert.

Von November 2015 bis Oktober 2016 wurde die Kirche im Inneren komplett renoviert.

Seit der Renovierung erstrahlt die Kirche nicht nur mit einer besonderen und eigens von einer Lichtdesignerin entwickelten Beleuchtung, sie lässt sich auch in einzelnen Teilen stimmungsvoll nutzen.

So finden in der Tageskapelle vor dem Altar mit der Madonna im Goldenen Grund die Werktags-Gottesdienste statt, ebenso Gottesdienste in kleinerem Rahmen, wie die Rorate-Messen. Die flexible Bestuhlung ermöglicht dies und die Lichtinstallation unterstützt dies.

Unter der Empore, bei den Eingängen wurde die Taufkapelle eingerichtet. Die Taufe ist, wie auch das Sakrament der Buße, ein Zugangssakrament. Neben den Beichstühlen steht hier im Eingangsbereich also das Taufbecken. Auch dieser Bereich unter der Empore lässt sich speziell illuminieren, sodass eine besondere Atmosphäre entsteht.

Das südliche Querschiff vor dem Josefsaltar kann durch die transportable Bestuhlung ebenfalls sehr unterschiedlich genutzt werden. Hier hat meist die Kirchenband ihren Platz, Chöre und Orchester, aber auch Gebetskreise gestalten mit einer runden Bestuhlung und gedimmtem Licht eine intime Atmosphäre und auch die großzügige Krippe hat hier ihren Platz und lässt dennoch Raum für Meditation davor.

Eine meditative Krippenbeschreibung findet Ihr hier >>>

Die Berger Kirche St. Georg ...

.... liegt genau genommen auch in Niederbrechen, sie liegt in der Gemarkung von Niederbrechen.

Diese Kirche war lange nachdem der Ort Bergen aufgegeben wurde noch Pfarrkirche für Werschau, Nauheim, Neesbach und auch Panrod. Die Bewohner des Ortes selbst sind allerdings hinter die sicheren Stadtmauern von Niederbrechen gezogen und haben von dort aus ihre Felder in der Berger Gemarkung bestellt. 

So kam es, dass die Gemarkung von Bergen zu Niederbrechen kam, die Kirche St. Georg aber von Werschau aus verwaltet wurde und dort auch nachwievor der Friedhof von Werschau ist. Auch Werschau selbst war für einige Zeit mit seiner damals im Ort befindlichen Kapelle Niederbrechen zugepfarrt, bevor es selbst Pfarrei wurde. Die Beziehungen zwischen Werschau und Niederbrechen waren über die Jahrhunderte hinweg auch durch diese Verbindungen immer besonders intensiv gewesen.

 

Die Kapelle im Mutter-Teresa-Haus ...

.... ist ein regelmäßiger Gottesdienstort - für die Bewohner, aber auch für Besucher der Bewohner, Nachbarn und alle, die diese besondere Atmosphäre schätzen. Die eigentliche Kapelle wird zu den Gottesdiensten um den Mehrzweckraum vergrößert.

Die Kapelle steht in der Tradtion der Kapelle im alten Schwesternhaus, dem jetzigen Rathaus der Gemeinde Brechen. Dort befand sich über annähernd hundert Jahre ein Filial-Kloster der Armen Dienstmägde Jesu Christi, der Dernbacher Schwestern.

In diesem St. Josefshaus befand sich neben dem Kindergarten auch zeitweise eine Nähschule, eine Entbindungsstation, die Krankenambulanz und ein Altersheim. Noch heute erinnert die Statue des Heiligen Josef am Rathaus an dieses segensreiche Wirken. Jeden Morgen wurde hier um 06:00 Uhr die Frühmesse abgehalten, die allen offen stand und ansonsten diente die Kapelle den Gebetszeiten der Ordensschwestern.